PM vom 29.10.2013: AntiRa-Demo „Gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft“

Zur Dokumentation die Pressemitteilung des Solidaritätsnetzwerk Marzahn-Hellersdorf „Refugees Welcome“ zur Demonstration.

Ein breites Bündnis veranstaltet am 3.Oktober 2013 eine antirassistische Demonstration unter dem Motto „Gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft! – Gegen Rassismus“ durch den Bezirk Hellersdorf.

Noch bevor die ersten Flüchtlinge die Notunterkunft in Hellersdorf im August 2013 bezogen, kochten die Emotionen hoch und der Orsteil wurde zu einem bekannten Beispiel für rassistische Mobilmache gegen Geflüchtete. Neonazis nutzten die aufgewühlte Stimmung als Trittbrett und veranstalten zahlreiche Kundgebungen und Propagandaaktionen. Wie Übergriffe jüngster Zeit belegen, hat sich die Stimmung indes noch nicht beruhigt: Am Samstag, den 18.September, wurde ein Jugendlicher in Hellersdorf von randalierende Neonazis angegriffen und verletzt. Nur zwei Tage später, am 22.September, wurden zwei Migranten von einer größeren Gruppe in der S-Bahn nach Marzahn rassistisch beleidigt, attackiert und mit einer Flasche beworfen.

Während die Wahlergebnisse des Bezirkes Hellersdorf die rassistische Gesinnung einer Vielzahl der Anwohner belegen – in manchen Wahlbezirken wurde die neonazistische Partei NPD zur drittstärksten Kraft – wächst der Widerstand dagegen im Kiez immer mehr an. Aufgeschreckt durch die rassistische Stimmungsmache im Bezirk sehen sich zunehmend Hellersdorfer Bürger in der Pflicht gegen Rassisten aktiv zu werden und ihre Solidarität mit den Geflüchteten zu zeigen.

„Hellersdorf hat zwar nach wie vor ein Problem mit Rassismus“, so ein Bündnissprecher. „Entscheidend ist aber der Widerstand dagegen. Eine Relativierung des Problemes Rassismus in Hellersdorf wird keine Lösung bringen. Die aktuellen Vorfälle im Kiez belegen, dass der Rassismus im Kiez hoch ist. Man muss hinsehen, Vorfälle benennen und dagegen aktiv werden. Bereits jetzt erfahren die Geflüchteten Solidarität durch Sachspenden oder Menschen, die Sprachkurse und andere Unterstützung anbieten. Das ist wichtig.“

Mit der Demonstration am 3.Oktober wird gegen den Rassismus im Kiez ein Zeichen gesetzt – Ein Zeichen gegen Rassismus und für Solidarität mit den Geflüchteten.

Der Bündnissprecher dazu weiter „Der 3. Oktober ist als Datum für die Demonstraion bewusst gesetzt worden. Wenn sich am 3. Oktober Deutschland feiert, wollen wir dieser Selbstvergewisserung etwas entgegen setzen. Denn es soll nicht vergessen werden, dass Morde und Angriffe aus rassistischen und nationalistischen Gründen zum Alltag in diesem Land gehören.“

Für Rückfragen stehen wir in der Zeit von 14.00 -22.00 Uhr unter der Telefonnummer 0178/5345912 und der E-Mailadresse presse-solinetz@hushmail.com gerne zur Verfügung. Mehr Informationen zur Demonstration sowie der Lage vor Ort in Hellersdorf erfahren sie unter http://infoportalhellersdorf.blogsport.de.